Prophylaxe

In der Zahnmedizin kommt der Prophylaxe (Vorbeugung, "Prävention") gegen das Entstehen oder die Verschlimmerung von Zahnkrankheiten wie Karies oder anderer Mundraumerkrankungen eine große Bedeutung zu.

Vorsorgemaßnahmen machen Therapien aufgrund akuter Erkrankungen von Zähnen oder des Zahnhalteapparats in vielen Fällen überflüssig.


Maßnahmen zur „Individual-Prophylaxe“ werden den einzelnen Patienten durch den Zahnarzt angeboten (beispielsweise im Rahmen von Kontrolluntersuchungen). „Gruppenprophylaxe“ zielt auf die Vorsorge bei größeren Bevölkerungsgruppen wie z. B. Schulkindern. „Kollektivprophylaxe“ unterstützt die Zahngesundheit der gesamten Bevölkerung (beispielsweise durch Trinkwasser-Fluoridierung).

Zur Mundhygiene gehört vor allem das Zähneputzen, durch das die Bildung von Zahnbelag („Plaque“) verhindert wird. Die Plaque, in der sich u. a. Kohlenhydrate und Eiweiße sowie Mikroorganismen befinden, kann Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen auslösen. Zu einer ausreichenden Mundhygiene gehören ein regelmäßiges und sorgfältiges Zähneputzen und die Nutzung von Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Zahnhölzern.

In der zahnärztlichen Praxis werden verschiedene präventive Behandlungsmethoden eingesetzt, um das Karies- und Parodontitis-Risiko eines Patienten zu verringern:

  • Zahnstein ist eine feste Zahnauflagerung, die sich nicht durch Zähneputzen entfernen lässt. Zahnstein führt zwar nicht selbst zu Karies, bietet aber Bakterien durch seine raue Oberfläche gute Ansiedlungsmöglichkeiten. Die Zahnsteinentfernung erfolgt durch den Zahnarzt mittels Handinstrumenten oder mit Ultraschallgeräten.
  • Die professionelle Zahnreinigung ergänzt die häusliche Zahnpflege, indem schwer zugängliche Zahnstellen gründlich gereinigt werden.
  • Freiliegende Wurzeloberflächen reagieren oft empfindlich auf mechanische, chemische oder thermische Reize. Bei der Behandlung sensibler Zahnhälse erfolgt eine Versiegelung der Wurzeloberflächen, so dass Schmerzreize beseitigt oder zumindest vermindert werden.
  • Als „Fissuren“ bezeichnet der Zahnarzt die Vertiefungen in der Kaufläche der Backenzähne („Molare“). Eine Fissurenversiegelung kann beispielsweise bei stark zerklüfteten Molaren oder bei kariesanfälligen Kindern als Präventionsmaßnahme gegen Karies sinnvoll sein.
  • Der Karies-Prophylaxe dient auch die Fluoridierung von Zähnen. Die aufgetragenen Fluoride stärken den Zahnschmelz und erschweren dadurch die Entwicklung von Karies.
  • Eine umfassende Kariesprävention bemüht sich um die Ausschaltung aller Faktoren, die Karies begünstigen: In Plaque befindliche Mikroorganismen werden durch eine gute Zahnputztechnik, eine sorgfältige Pflege der Zahnzwischenräume sowie durch Mundspülungen zurückgedrängt. Nur eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege verhindert den Aufbau von Plaque. Gesüßte Nahrungsmittel, die Karies begünstigen, sollten nicht ununterbrochen während des gesamten Tages verzehrt werden. Fluoridierung stärkt den Zahnschmelz.

Auch eine gesunde Ernährung dient dem Erhalt der Zahngesundheit. Gesundheitsbewusste Patienten achten auf eine ausgewogene Zufuhr von Kohlenhydraten, Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralien. Geeignete Zuckerersatzstoffe (Süßstoffe) helfen bei der Reduzierung von Zucker in der Nahrung und reduzieren damit das Kariesrisiko.

Der Patient erfährt im Rahmen einer Ernährungsberatung unter anderem,

  • wie Plaque entsteht und durch welche Ernährungsregeln sie sich vermindern lässt,
  • dass hartfaserige und frische Nahrung zur Zahngesundheit beiträgt und die Zahnreinigung unterstützt und
  • dass zuckerhaltige Nahrungsmittel besonders kariesfördernd wirken.

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