Parodontologie

Entzündliche Parodontalerkrankungen sind eine Gingivitis und eine Parodontitis. Hauptursache (Primärursache) hierfür ist bakterieller Zahnbelag (Plaque). Dessen Bildung kann durch andere Faktoren (Sekundärursachen) verstärkt werden.

  1. Lokale Faktoren sind Faktoren vor Ort, also im Bereich des Zahnhalteapparates, sie verursachen und fördern u.a. die Plaquebildung:
    • Primärursache:
        – Plaque: Die hier enthaltenen Bakterien bilden Giftstoffe, Enzyme und Antigene, auf die die Gingiva mit einer Entzündung reagiert.
    • Sekundärursachen:
        – Karies: Hier sammeln sich die Bakterien, die Toxine aussenden,
        – Mundatmung: Hier wird die Selbstreinigung der Mundhöhle,
           Speichelspülwirkung und bakterienhemmende Speichelwirkung reduziert,
        – verminderter Speichelfluss (gleiche Folgen wie Mundatmung),
        – Zahnfehlstellungen als Plaqueretentionsstellen,
        – überstehende Kronenränder als Plaqueretentionsstellen,
        – Füllungsgestaltungsfehler als Plaqueretentionsstellen,
        – anatomische Gegebenheiten, die die Mundhygiene erschweren, z.B. tiefe Fissuren, Zahnengstellungen als Plaqueretentionsstellen,
        – Zahnstein und Konkremente, da sie Entzündungsreize für das Parodontium bilden,
        – Rauchen schädigt den Zahnhalteapparat durch Giftstoffe und Ablagerungen
  2. Funktionelle Ursachen sind Funktionseinschränkungen im Kausystem, die auf die Strukturen des Zahnhalteapparates einwirken, z.B.:
    • Okklusions- und Artikulationsstörungen, die zu einer falschen Belastung der Zähne und deren Lockerung führen können, wie z.B. ein tiefer Biss oder bestimmte Parafunktionen. Dadurch kann eine Entzündung schneller in apikaler Richtung fortschreiten.
  3. Innere Faktoren können die Abwehrkraft des Immunsystems schwächen. Das Parodontium kann sich leichter und schneller entzünden. Hierzu zählen z.B.: Stoffwechselstörungen
    z.B. Diabetes mellitus, Allergien, Rauchen, falsche Ernährung, die die Plaquebildung fördert, Blutkrankheiten, Krankheiten des Immunsystems, Stress, hormonelle Veränderungen.


Entscheidend für die Entzündungsausbildung ist die Abwehr des Immunsystems, die das Ausmaß und den Verlauf der Entzündung bestimmt. Reagiert das Immunsystem, z.B. durch eine angeborene Veranlagung, sehr heftig auf Entzündungen, wird dieses auch beim Zahnhalteapparat der Fall sein. Hierauf kann kein Einfluss genommen werden. Bei Faktoren, die durch die Lebensweise oder äußere Bedingungen bestimmt sind, z.B. Rauchen, Stress und Medikamenteneinnahme, kann dagegen Einfluss genommen werden. Die Parodontitis eines Rauchers verläuft durch die Tabakgifte im Allgemeinen heftiger als bei Nichtrauchern.

Die Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Durch die vermehrte Durchblutung soll die lokale Abwehrsituation gestärkt werden. Gelingt es dem Immunsystem nicht, ein Ausbreiten der subgingivalen Plaque zu vermeiden, geht zunächst das Saumepithel verloren. Dadurch wird der Parodontalspalt bakteriendurchlässig. So wird aus der Gingivitits eine Parodontitis, bei weiterem Verlauf mit Zahnlockerung und Zahnverlust. Die Zahnbeläge haben eine zentrale Stellung bei Entzündungen für das Parodontium.

Ursachenkomplex entzündlicher Parodontalerkrankungen

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