Anatomie

Die Zunge  (Lingua, Glossa), die den größten Teil der Mundhöhle ausfüllt, ist ein von Mundschleimhaut bedecktes Muskelorgan. Die inneren Zungenmuskeln verlaufen in den drei Raumebenen, so dass besonders die Zungenspitze frei beweglich ist. Die äußeren Zungenmuskeln sind am Zungenbein bzw. am Unterkiefer befestigt und strahlen von außen in die innere Zungenmuskulatur ein.

Die Zunge erfüllt wichtige Aufgaben bei der Sprachbildung, beim Kauen und Schlucken sowie beim Temperatur- und Tastempfinden. Zudem befinden sich in der Schleimhaut der Zungenoberfläche die Rezeptoren für den Geschmackssinn.

Im äußeren Aufbau der Zunge unterscheidet man die frei bewegliche Zungenspitze und den Zungenkörper, deren Oberfläche als Zungenrücken bezeichnet wird. Der vor dem Kehldeckel gelegene Zungengrund bildet die Zungenwurzel. Auf dem Zungenrücken befinden sich unterschiedlich geformte warzenartige Erhebungen, die Papillen. Entsprechend ihrer Form unterscheidet man blattförmige Papillen, pilzförmige Papillen und fadenförmige Papillen. Große runde Papillen, die am Zungenrücken wallartig angeordnet sind, bezeichnet man als Wallpapillen.

Die Geschmacksknospen, die den Geschmackssinn vermitteln, befinden sich in den pilz- und blattförmigen Papillen sowie in den Wallpapillen. Mit den Geschmacksknospen der Zunge können die vier Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer und bitter wahrgenommen werden. Diese verschiedenen Geschmacksrichtungen können an allen Stellen der Zunge registriert werden, wobei der Bereich der Wallpapillen für die Geschmacksrichtung bitter besonders empfindlich ist. Andere Geschmacksempfindungen, wie z.B. scharf, können nur zusammen mit dem Geruchssinn wahrgenommen werden.

Die fadenförmigen Papillen, die auf dem gesamten Zungenrücken verteilt sind, dienen in erster Linie dem Tastempfinden.

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