Zahnspangen für Kinder

Wenn bei Kindern die Zähne nicht gerade wachsen oder der Kiefer Fehlstellungen aufweist, ist der Gang zum Kieferorthopäden sinnvoll. Er hilft, das wachsende Gebiss in die richtige Position zu bringen – und so mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Ob es ums Abbeißen und Kauen geht, das deutliche Sprechen oder ungehemmte Lachen – gesunde und gerade Zähne sind auch für Kinder von großem Wert. Wenn Zähne und Kiefer einwandfrei funktionieren und harmonisch aufeinander abgestimmt sind, haben die Jüngsten für ihre spätere Mundgesundheit die besten Voraussetzungen. Doch beim Zahnwechsel (Gebißentwicklung) – von den Milchzähnen zu den Bleibenden – kann einiges schief laufen und die Zähne können in eine falsche Position geraten.

Kiefer sind heute kleiner

Häufig kommt es vor, dass der Kiefer zu klein ist für die Anzahl der Zähne. Die drängeln sich dann verschachtelt nebeneinander, man spricht auch von einem Engstand (Platzmangel). Experten vermuten, dass sich der Kiefer im Laufe der Evolution unseren heutigen veränderten Ernährungsbedingungen nicht hat anpassen können. Während früher die Nahrung viel weniger bearbeitet war, mehr Kauarbeit und damit Zähne erforderte, ist sie heute eher weich. Der Kiefer hat sich zurückgebildet, die Anzahl der Zähne ist aber gleich geblieben.

Folgenreiche Fehlentwicklungen: Überlastungsschäden und vieles mehr

Schon kleinere Zahnfehlstellungen, aber auch ungünstige Kieferlagen mit nicht optimal ineinandergreifenden Zähnen können zu Schwierigkeiten führen. Ein gestörter Zusammenbiss (Dysgnathie) behindert die Kaufunktion, es kommt zu Überlastungsschäden an Zähnen und Zahnhalteapparat. Krumme und schiefe Zähne beeinträchtigen natürlich auch die Ästhetik, und sie lassen sich oft nur mit Mühe sauber machen. Die Gefahr von Karies und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) steigt.

Wann ist der beste Behandlungszeitpunkt?

Häufig entdecken Zahn- oder Kinderärzte Fehlstellungen im Zahn- und Kieferbereich, oder den Eltern fällt auf, dass etwas nicht stimmt. Wer ganz sichergehen will, dass nichts übersehen wird, kommt mit seinem Kind schon im 4. Lebensjahr in die kieferorthopädische Praxis. Einige Fehlsituationen, wie starker Platzmangel im Kiefer oder ein offener Biss, lassen sich in der Frühbehandlung, oder auch einige Jahre später, am besten korrigieren – spätere langwierige Behandlungen werden vermieden.

9 bis 13 Jahre: das Kieferwachstum positiv beeinflussen

Regulär beginnt die Behandlung im Alter von etwa 9 bis 10 Jahren. In dieser Zeit lässt sich die späte Phase des Zahnwechsels, in der der Kiefer noch einmal stark wächst, günstig beeinflussen. Eine falsche Bisslage durch eine Kieferfehlstellung oder ein Engstand mit schiefen Zähnen lässt sich jetzt noch gut richten. Meist dauert die Behandlung zwei bis vier Jahre.

Ohne gründliche Untersuchung keine Zahnspange

Bevor es losgeht, steht natürlich eine umfassende Diagnose und Untersuchung an. Neben dem Blick in den Mund werden Abdrücke vom Ober- und Unterkiefer gemacht, um das genaue Ausmaß der Fehlstellung feststellen zu können. Röntgenaufnahmen zeigen, was für das Auge unsichtbar ist, zum Beispiel die Stellung der Zahnwurzeln, verlagerte oder überzählige Zahnkeime, versteckte Karies, Größe, Form und Wachstumsrichtung des Kiefers sowie die genaue Lage des Kinns.

Herausnehmbare Zahnspange: Aktive Platte

Es gibt viele verschiedene Behandlungsgeräte zur Korrektur einer Fehlstellung. Bei Kindern wird bis zum Ende des Zahnwechsels meist eine lose Zahnspange eingesetzt, häufig ist es die so genannte Aktive Platte (Aktivator). Ihren Namen hat sie deswegen, weil sie während der Behandlung immer wieder über Schrauben verändert wird – meist, um den Kiefer zu weiten, gedrehte oder lückig stehende Zähne in die richtige Richtung zu lenken. Die Spange sollte etwa 16 Stunden täglich am Ober- und/oder Unterkiefer getragen werden.

Brackets: verriegelte Zähne

Festsitzende Zahnspangen (Brackets) korrigieren nach Abschluss des Kieferwachstums in der Pubertät jede Art von Zahnfehlstellung. Im Gegensatz zur losen Spange können damit die Zähne auch in sich gedreht und die Position der Zahnwurzel kann verändert werden. Brackets (englisch = Halterung) werden direkt auf die Zähne geklebt, Riegel und Drahtbögen üben dann Druck und Zug auf die Zähne aus.

Angestrebtes Ziel: mehr Harmonie und Wohlbefinden

Ob eine kieferorthopädische Therapie Erfolg hat, hängt stark von der Mitarbeit der jungen Patienten ab. Regelmäßige Kontrolltermine, die Tragedisziplin bei den herausnehmbaren Geräten und gute Mundhygiene sind notwendig.

Letztendlich wird die Mühe aber mit mehr Wohlbefinden und Selbstwertgefühl belohnt: Mit geraden Zähnen und korrigierter Kieferstellung harmonisiert sich das Kauorgan und die Gesichtsästhetik. Und die Behandlung beugt häufig auch Folgeproblemen vor, die letztendlich den gesamten Körper betreffen können.


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