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Nachblutungen und Blutungsneigung

Nachblutungen nach chirurgischen Eingriffen

Nach Zahnextraktionen und anderen chirurgischen Eingriffen kann innerhalb von 2 bis 3 Stunden eine Nachblutung auftreten, die einer zusätzlichen Behandlung bedarf.

Ursachen:

Angeborene oder erworbene hämorrhagische Diathesen.

Induzierte Gerinnungshemmung durch Antikoagulantien.

Induzierte Thrombozytenaggreationshemmung durch Acetylsalicylsäure.

Begünstigende Faktoren, die auch bei Patienten ohne bekannte hämorrhagische Diathese eine Nachblutung auslösen können:

Gefäßerweiterung der terminalen Strombahn nach Abklingen der Lokalanästhesie durch vagotone Gegenregulation, die der durch den Vasokonstriktor ausgelösten Gefäßkontraktion folgt.

Wärmeapplikation.

Häufiges Ausspülen der Mundhöhle.

Verminderung der Thrombozyten während der Menstruation.

Gefäßerweiterung durch Kaffee oder Alkohol.

Blutung nach Inzision des hyperämischen Gewebes eines noch nicht eitrig eingeschmolzenen entzündlichen Infiltrats.

 

 

Eingriffe bei Patienten mit Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese)

Dento-alveoläre Eingriffe werden bei Patienten mit einer bekannten hämorrhagische Diathese in der Regel während einer stationären Behandlung vorgenommen, weil hier zusätzlich eine aufwendige Substitutionsbehandlung oder – bei induzierten Gerinnungshemmungen durch Antikoagulanzien – eine internistische Mitbehandlung erforderlich ist.

Präoperativ muss die Blutgerinnung normalisiert werden. Hierfür ist in der Regel eine aufwendige Substitutionsbehandlung erforderlich.

Die heute mögliche Substitution ermöglicht eine komplette Sanierung. Teilsanierungen sind aus Kostengründen nicht angezeigt.

Bei einer anstehenden Gebisssanierung soll anhand der klinischen Untersuchung und des Röntgenbefundes festgestellt werden, welche Zähne entfernt werden müssen.

Wenn an erhaltungswürdigen Zähnen kariöse Defekte vorhanden sind, so sollten diese vor der chirurgischen Behandlung gefüllt werden.

Etwa vorhandener Zahnstein wird jedoch erst im Zuge der Zahnsanierung entfernt, da ohne vorherige Substitution mit Zahnfleischblutungen zu rechnen ist.

Wenn der Sanierungsplan vorliegt, kann der Patient zur chirurgischen Behandlung stationär aufgenommen werden.

Die folgenden Maßnahmen werden nach kompletter Substitution vorgenommen:

  • Zahnsteinentfernung.
  • Auswaschen der Mundhöhle mit einem desinfizierenden Mundwasser.
  • Extraktion der extraktionsreifen Zähne.
  • Nach Knochenglättung werden die Alveolen mit Gelatine- oder Kollagenschwamm tamponiert. Danach werden die Gingivalränder durch Situationsnähte zusammengezogen.
  • Gegebenenfalls kann Fibrinkleber in die Alveolentamponade injiziert werden.
  • Verbandplatten werden bei den heute üblichen Substitutionsverfahren nicht mehr benötigt.
  • Eine Antibiotikaprophylaxe kann bei entzündlichen Prozessen erforderlich sein.

Andere operative Eingriffe sind unter Substitutionstherapie ebenfalls möglich.