Was tun bei schmerzempfindlichen Zähnen?

Freiliegende Zahnhälse oder abgenutzter Zahnschmelz: Sie sind oft die Ursache für empfindlich reagierende Zähne. Abfinden muss sich damit aber niemand, denn es gibt vielfältige Möglichkeiten, dieses Problem zu behandeln.

Der Genuss eines kühlen Getränkes oder einer Portion Eis ist für viele Menschen gar nicht so angenehm – ein ziehender Schmerz am Zahn verleidet es ihnen. Auch der Kontakt mit heißen, sauren und süßen Speisen sowie Berührungen, zum Beispiel durch die Zahnbürste, können zu Schmerzattacken führen.

Als Ursache für diese Empfindlichkeiten lassen sich freiliegende Zahnhälse oder abgenutzter Zahnschmelz ausmachen. Laut einer Studie sollen etwa 45 Prozent der Europäer unter zeitweise schmerzhaften Zähnen leiden.

Zu freiliegenden Zahnhälsen kommt es, wenn das Zahnfleisch sich zurückzieht und Dentin, auch Zahnbein genannt, sichtbar wird. Im Dentin sind winzige Kanälchen eingebettet, die jetzt ungehindert Reize von außen nach innen an den Zahnnerv weiterleiten können – und den Schmerz entstehen lassen.

Gründe für den Zahnfleischrückgang sind ungünstige Zahnstellungen, Zähneknirschen, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder der natürliche Alterungsprozess. Die Zähne können aber auch durch die Abnutzung von Zahnschmelz am oberen Teil des Zahnes schmerzempfindlich reagieren. Falsche Putztechniken, wie zu starker Druck mit der Zahnbürste, oder der häufige Genuss säurehaltiger Getränke greifen den schützenden Zahnschmelz an.

Spezielle Wirkstoffe gegen den Schmerz

Vor der Therapie von schmerzempfindlichen Zähnen muss zunächst deren genaue Ursache herausgefunden werden, damit sich das Problem nicht weiter verschärft. Die eigentliche Behandlung besteht darin, die offen liegenden reizleitenden Dentinkanälchen des Zahnes zu versiegeln. Das kann auf verschiedene Weise geschehen.

Für eine Versiegelung der Zahnsubstanz sorgen speziellen Wirkstoffe, die den Zahnnerv beruhigen helfen oder freiliegende Dentinkanälchen verschließen. Dazu gehören neben Fluoriden auch Kaliumsalze oder Strontiumchlorid sowie Zink-Carbonat-Hydroxylapatit, das für eine neue Mineralisation des Zahnschmelzes sorgen soll.

Die Wirkstoffe gelangen mit Hilfe spezieller Mundspülungen oder Zahnpasten auf den Zahn sowie hochkonzentriert als Gel oder Lack, die in der Zahnarztpraxis aufgetragen werden. Bei größeren Defekten kann auch ein Kunstlack die schmerzauslösenden Kanäle verschließen, ebenso die Behandlung mit Laserstrahlen.

Aufbau in Schichten: der Zahn

Die äußerste Schicht eines Zahnes, der Zahnschmelz, ist die härteste Substanz in unserem Körper. Dieser schützt das darunter liegende Dentin. Es bildet die Hauptmasse eines Zahnes, ist von vielen kleinen Kanälen durchzogen und leitet Reize von außen nach innen weiter. Unter dem Dentin liegt schließlich das Zahnmark. Es ist eine weiche Masse aus Bindegewebe und enthält kleinste Blutgefäße und Nervenfasern. Die Übergangsstelle zwischen Zahnschmelz und Zahnwurzel bildet der Zahnhals, welcher normalerweise durch das Zahnfleisch geschützt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Bewerte diese Seite

 
 
 
 
 
 
 
Bewerten
 
 
 
 
 
 
12 Bewertungen
58 %
1
5
2.9