Knacken, Knirschen, Schmerzen: Störungen im Kausystem

Unser Kauorgan ist sehr komplex und genauso störanfällig. Eng verknüpft mit Strukturen im Kopf, in Hals und Wirbelsäule, machen sich hier Probleme auch in anderen Bereichen unseres Körpers bemerkbar, etwa durch Kopf- und Ohrenschmerzen. Wir geben Antworten auf häufige Fragen

1. Wie viele Menschen haben Störungen im Kausystem?
Laut Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) lassen sich bei etwa 80 Prozent aller Menschen Störungen im Kausystem feststellen. Jedoch sind sie längst nicht alle behandlungsbedürftig, die meisten haben nur geringfügige Beschwerden. Bei etwa 3 bis 5 Prozent zeigen sich jedoch behandlungsbedürftige Symptome mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen.

2. Wo liegen die Ursachen?
Die sind sehr vielschichtig. Dazu zählen eine falsche Bisslage durch gekippte Zähne, Zahn- und Kieferfehlstellungen oder zu hohe Füllungen. Das Kausystem versucht die Fehllage des Unterkiefers durch Zähneknirschen und -pressen auszugleichen. Sehr viel häufiger ist aber Stress der Auslöser. Auch schlechte Angewohnheiten wie ständiges Bleistift- oder Kaugummikauen belasten das Kausystem.

3. Welche Tragweite hat das Zähneknirschen?
Das Knirschen mit den Zähnen ist sehr verbreitet. Laut Deutscher Gesellschaft für Funktionsdiagnostik tun dies – meist unbewusst – etwa ein Drittel der Erwachsenen. Als Ursache wird vorwiegend emotionaler Stress und psychische Anspannung gesehen, sei es im Beruf oder Privatleben. Stress wird regelrecht über die Zähne „abgearbeitet“, beim Zusammenpressen können extrem hohe Kräfte entstehen. Betroffene knirschen häufig nachts im Schlaf. Fühlt sich der Kiefer morgens steif und müde an, kann dies ein Hinweis darauf sein.

4. Was passiert bei permanenter falscher Belastung?
Es entsteht ein Ungleichgewicht in der Kräfteverteilung des Systems. Normalerweise sind Muskeln bestrebt, auf sie einwirkende Kräfte auszugleichen. Bei Dauerbelastung gelingt dies nicht mehr. Der Kaumuskel kann sich nicht mehr entspannen, er ermüdet, erschlafft und verliert schließlich seine Funktion. An den Zähnen und Kiefergelenken kommt es zu einer Überbeanspruchung mit häufig weitreichenden Folgen.

5. Welche Symptome können auftreten?
Zunächst können sich Schäden an den Zähnen zeigen, wie Zahnschmelzrisse, Zahnfleischrückgang und empfindliche Zahnhälse. Im Weiteren sind Funktionseinschränkungen und Schmerzen in der Kaumuskulatur und den Kiefergelenken möglich. Häufig zeigt sich dies in Kiefergelenksknacken durch teilweises oder völliges Herausrutschen der Kiefergelenkscheibe aus dem Gelenk. Die Mundöffnung kann ebenfalls eingeschränkt sein.

6. Wie kommt es z. B. zu Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen und Wirbelsäulenproblemen?
Über Muskel- und Nervenverbindungen ist das Kausystem sehr eng mit anderen Bereichen in Kopf und Schulter verbunden. Bei Störungen sind daher Schmerzen im Bereich der Schläfen oder im gesamten Kopf möglich. Was genau passiert, zeigt ein Beispiel: Bei einer Überlastung der Kiefergelenke können die Gelenkköpfe durch Druck nach hinten Blutgefäße und Nerven schmerzhaft reizen. Ein Schmerz, der bis zum benachbarten Gehörgang ausstrahlt.

7. Wie wird eine Funktionsstörung diagnostiziert?
Zunächst durch einfaches Abtasten der beteiligten Muskeln, Sehnen und Bänder. Wichtig sind zudem die Fragen: Gibt es Schmerzen und Geräusche im Gelenk? Funktioniert es reibungslos oder sind Hindernisse feststellbar? Inwieweit sind die Zähne korrekt ineinander verzahnt? Bestätigt sich der Verdacht einer Fehlfunktion, kommen weitere Untersuchungen hinzu. Nicht zuletzt ist auch der Blick darauf wichtig, inwieweit stressauslösende Faktoren und Fehlhaltungen im Skelettsystem eine Rolle spielen.

8. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Das individuelle Ausmaß und die Art der Beschwerden bestimmen die Therapie. In vielen Fällen werden zur Behandlung so genannte Aufbissschienen eingesetzt. Einfache Schienen dienen dazu, die Zähne vor Abnutzung zu schützen und die Kaumuskulatur zu entspannen. Aufwändiger gearbeitete Schienen korrigieren die Position des Unterkiefers und entlasten die Kiefergelenke. Hilfreich kann die Unterstützung aus anderen medizinischen Fachrichtungen sein. Etwa durch einen Physiotherapeuten, der mit gekonnten Handgriffen eine gestresste Kiefermuskulatur behandelt.

9. Wie können sich Patienten selbst helfen?
Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFTD) rät zu Stressbewältigungstechniken wie Autogenes Training sowie regelmäßigem sportlichen Ausgleich zum Spannungsabbau. Auch empfiehlt sie, die eigenen Kaumuskelaktivitäten während des Tages und die Stellung der Zähne zueinander zu beobachten. Beim verkrampften Zusammenbiss den Mund für 10 Sekunden öffnen, anschließend entspannt ruhen lassen, ohne dass sich die Zähne berühren. Zusätzlich kann es hilfreich sein, vorübergehend auf kauintensive Speisen zu verzichten und schmerzende Kiefergelenke mit Wärme oder Kälte zu behandeln.

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